An exercise in programmatic condensation (DE)

Langfristig wollen wir eine Gesellschaft von Kollektiven, beruhend auf Gleichheit, Autonomie und Gegenseitigkeit. Wir wollen eine freie Assoziation aller Menschen, jenseits von Heterosexualität, jenseits von Geschlecht, jenseits von Ethnizität, ohne Rasse und ohne Nation, ohne Regierung und ohne Privateigentum. Eine Gesellschaft die befreit ist vom Begehren zu herrschen, zu kontrollieren, auszubeuten, sei es Menschen, andere lebende Wesen oder die unbelebte Natur.
Wir sehen Ware, Geld und Kapital nicht als Dinge, sondern als kapitalistische gesellschaftliche Verhältnisse, die wir abschaffen wollen. Wir kritisieren nicht nur ökonomische Ausbeutung, sondern die kapitalistische Form von Arbeit, Zeit und Technologie.
Wir sind Gegner von Feudalismus und Sklaverei, von Neokolonialismus und Imperialismus.
Anstatt Gesellschaft staatlich zu organisieren, plädieren wir für eine weltweite, radikal demokratische, selbstorganisierte und egalitäre Form gesellschaftlicher Organisation.
Wir kritisieren patriarchale und rassistische gesellschaftliche Verhältnisse – gesellschaftliche Verhältnisse, die weder mehr noch weniger fundamental als Klassen- oder Kastenverhältnisse sind. Weder Rassismus noch Sexismus sind nur Systeme von Ideen oder Diskurse. Sie sind Praktiken von Herrschaft und Ausbeutung.
Unsere Kritik des Rassismus umfasst nicht nur den biologischen, sondern auch den sogenannten kulturellen Rassismus, nicht nur Rassismus, der sich an der Hautfarbe festmacht, sondern auch Antisemitismus und Rassismus, der in erster Linie religiöse und nationale Stereotype benutzt.
Unsere Kritik des Patriarchats geht viel weiter als die Forderung nach Gleichheit zwischen Männern und Frauen. Wir stellen ganz grundsätzlich die Konstruktion männlicher und weiblicher Identitäten in Frage, wollen das System der Zweigeschlechtlichkeit abschaffen. Unser Ziel ist, jegliche Form emotionaler und sexueller Ausbeutung und jegliche Form sexueller Gewalt zu beenden.
Wir sehen den Heterosexismus als eine mit dem Sexismus verwandte, aber nicht identische Form von Herrschaft, die wir abschaffen wollen. Wir wollen die heterosexuelle Norm zerstören und der gesellschaftliche Institution Heterosexualität ein Ende setzen.
Darüberhinaus sehen wir Sexualität nicht als eine simple Naturtatsache, sondern im Gegenteil als ein politisches Feld, durchquert von gesellschaftlichen Verhältnissen – Klasse, race, Geschlecht. Wir wollen eine tiefgreifende Umwandlung dieser sozialen Konstruktion Sexualität.
Wir plädieren für die Abschaffung der Norm der Monogamie und der Institution des Paares. Wir stellen die Herrschaft der Erwachsenen über die Kinder in Frage, und wir plädieren für die Abschaffung der gesellschaftlichen Institutionen biologische Familie und Klan. Wir lehnen das Prinzip der Blutsverwandschaft vollständig ab und setzen uns für die Entwicklung anderer Formen von Solidarität zwischen Menschen ein.
Wir kritisieren die Idee und die Praxis der Ethnizität. Wir wollen weder Rasse noch Nation.
Wir sind gegen Behindertenfeindlichkeit und gegen die herrschenden Körpernormen.
Jenseits der Herrschafts- und Ausbeutungsverhältnisse zwischen Menschen, kritisieren wir die Herrschaft der Menschen über die anderen Lebewesen und die unbelebte Natur.